Willkommen

Willkommen

2026, May 02    

Oft werde ich auf meinen Nachnamen angesprochen, wie man ihn ausspricht, wie man ihn schreibt, dass man die Buchstaben sonst kaum verwendet, dass er unaussprechlich scheint.
Mein Nachname kommt aus dem schwedischen und heißt übersetzt Neuzweig.
Ny bedeutet neu und Qvist ist der Zweig.

Mein Zugang zur Aufstellungsarbeit

Ähnlich erlebe ich es in der Aufstellungsarbeit: Bekommt etwas eine Erklärung oder kann man das Dahinter verstehen, so erscheint das Phänomen nicht mehr so schwer. Man kann sehen lernen, wie es zu einem gehört und wie man damit umgeht und dadurch auch gewachsen ist.

Deshalb möchte ich bei diesem Bild des neuen Zweiges bleiben um daran die Aufstellungsarbeit zu erklären:

Der Zweig und der Baum

Die Wurzeln eines Baumes geben Stabilität, ziehen die Nährstoffe aus dem Boden, Knüpfen Verbindungen zu anderen Pflanzen.
Für uns Menschen nutzen wir gern die Analogie der Wurzeln: Was sind unsere Wurzeln, was gibt uns Halt, welche erlernten Traditionen nähren uns und mit wem wissen wir uns verbunden?

Der Stamm eines Baumes wächst von innen nach außen, dies wird durch die Jahresringe sichtbar. Die Rinde bietet Schutz vor den äußeren Einflüssen.
Auch hier kann man bezogen auf den Menschen fragen: Was hat mich groß werden lassen? Welche Jahresringe stechen in meiner Biographie besonders heraus? Was ging über in Mark und Bein und welche Ereignisse haben mir geholfen, mir eine schützende Haut zuzulegen?

In der Krone eines Baumes verästelt es sich in alle Richtungen, immer der Sonne entgegen. Knospen, Blätter, Früchte, Vogelnester,… all das trägt die Krone, das darf in ihr sein. Neue Zweige sprossen hervor, alte brechen ab. Wind, Regen, Sonne, Schnee schütteln und rütteln am Baum, doch auch wenn einzelne Zweige brechen, so lebt der Baum, solange die Wurzeln und der Stamm ihn tragen.
Das „Wetter des Lebens“ mit seinen stürmischen Zeiten und auch sonnigen Seiten schüttelt und rüttelt auch an uns Menschen und auch wir verlieren „Äste“ aus unserem Leben, tragende Beziehungen oder Sehnsüchte und Wünsche. Gleichzeitig sind wir in der Lage, gute Früchte wachsen zu lassen, zu gedeihen und zu werden. Kurzum, das Leben als sinnvoll zu erfahren.

Ein neuer Zweig kann demnach etwas wundervolles sein, ein Neustart, eine Beziehung, ein Glück oder aber auch etwas Herausforderndes, ein Symptom, ein Problem, eine Erkrankung. Je nachdem, wie wir verwurzelt sind, lässt sich mit diesem neuen Zweig umgehen: ist es einer zuviel, der das Fass zum überlaufen bringt, den Stamm ins Wanken oder ist es genau der, der noch gefehlt hat?

Aufstellung

Die Phänomenologische Aufstellungsarbeit befasst sich mit Bildern, die wir in uns tragen um unser Leben, wie wir es wahrnehmen, zu meistern. Dabei können sich die Bilder entwickeln und wachsen und sie können sich verändern. Jede Aufstellung ist daher eine Momentaufnahme des Bildes, das sich gerade in einem zeigt. Die Aufstellung macht das Bild sichtbar, das gerade in uns lebt, für diesen einen Moment. Und es ist ein ganzheitlicher Blick auf den Menschen, wie er verwurzelt ist, auf das was ihn trägt und auch auf seine äußeren Einflüsse und seinen Lebenskontext.